Die phantastische Welt der Literatur versammelt über neunzig Romane, Märchen und zauberhafte Erzählungen zu einem weitgespannten Panorama des Wunderbaren. Zwischen Kunstmärchen, Schauerromantik, satirischer Nonsensprosa, volkskundlich geprägten Stoffen und erzählerischen Abenteuern entfaltet der Band eine Poetik der Verwandlung: sprechende Tiere, verzauberte Reiche, künstliche Wesen und Schwellen zwischen Traum und Wirklichkeit. Klassiker wie Alice im Wunderland, Pinocchio und traditionsbildende Märchen stehen dabei neben weniger geläufigen Stimmen und machen die Vielfalt phantastischen Erzählens sichtbar. Die versammelten Autorinnen und Autoren reichen von der deutschen Romantik und dem bürgerlichen Realismus über skandinavische Märchentraditionen bis zur viktorianischen Literatur und italienischen Kinderbuchmoderne. Jacob und Wilhelm Grimm vermitteln mündlich überlieferte Stoffwelten, während Andersen, Lagerlöf, Hoffmann, Wilde oder Carroll deren Formen literarisch neu bestimmen. Gemeinsam zeigen diese Stimmen, wie Phantastik kulturelle Ängste, soziale Ordnungen, kindliche Imagination und ästhetische Experimente verhandelt. Dieser Band empfiehlt sich als ebenso anregende Lektüre wie als kompaktes Studienfeld der europäischen Literaturgeschichte. Er eröffnet die seltene Möglichkeit, unterschiedliche Epochen, Gattungen und Erzählhaltungen in einem Band vergleichend zu erkunden. Wer den Dialog zwischen Volksmärchen, Kunstprosa und Roman entdecken möchte, findet hier eine quellreiche, bildungsvolle und dauerhaft faszinierende Sammlung.