Diese Ausgabe wurde vollständig restauriert, mit moderner Typografie, individuellem Coverdesign und korrigierter Formatierung. Die Sammlung poetischer Prosaskizzen von Peter Altenberg entfaltet ein literarisches Mosaik aus Wien, Reisen, Bühnenwelten, Cafés, Hotels, Natur und flüchtigen Begegnungen. Statt einer linearen Handlung bietet sie Momentaufnahmen, in denen Alltag, Kunst und Großstadtleben in knappen, pointierten Bildern aufscheinen. Altenberg verbindet dabei Selbstironie, feine Gesellschaftssatire und impressionistische Naturbeobachtung zu einer eigenwilligen Poetik des Augenblicks. In der "Selbstbiographie" entwirft er ein leidenschaftliches Selbstporträt als freier Geist, der bürgerliche Rollen ablehnt und weibliche Schönheit, Körperlichkeit und innere Freiheit als höchste Werte feiert. Viele Texte kreisen um Jugend, Begehren, Einsamkeit und Vergänglichkeit: verlorene Kindheitsräume, enttäuschte Liebesträume, die Einsamkeit einer jungen Mutter oder die zerstörerische Kraft von Eifersucht und Besitzansprüchen. Daneben stehen zarte Liebesszenen, in denen Regen, Abendlicht und Natur den flüchtigen Glücksmoment umrahmen. Weitere Miniaturen zeigen die Welt als Bühne sozialer Masken: Mode, Kunstgewerbe, Konditorei, Theater und elegante Gesellschaft werden mit Ironie und scharfem Blick beobachtet. Zugleich treten Geldsorgen, Abhängigkeiten und die Absurdität menschlicher Beziehungen hervor. Immer wieder verteidigt Altenberg die Unverwertbarkeit des Poetischen gegen bürgerliche Nützlichkeit, Kriegspathos und moralische Heuchelei.